Meine Infoseiten zur Gehörlosigkeit

Letztes Update am 11. März 2009

Zitat:

"Eines der traurigsten Dinge im Leben ist, dass ein Mensch viele gute Taten tun muss, um zu beweisen, dass er tüchtig ist, aber nur einen Fehler zu begehen braucht, um zu beweisen, dass er nichts taugt."
Zitat von: George Bernard Shaw (1856-1950)

Berichte

samuel/samuel-box.jpg Unser Erfahrungsbericht mit Samuel - Zusammenfassung: Wir sind 5 Personen, meine Frau und ich sind beide hörend, ebenso unsere beiden Töchter, aber unser Sohn, Samuel, kam gehörlos auf die Welt. Er ist nicht stumm, er machte wie alle anderen Kinder auch seine 'Babelphase' durch, wo er 'Mama' (Mma...mma) und 'Papa' (Mba...ba) sagte, doch dann versiegte das. Am Anfang war etwas Hilflosigkeit - nach mehreren Untersuchungen kam dann die Diagnose 'Gehörlos' und unsere Überlegungen pro und contra CI - und dann unsere persönliche Entscheidung gegen CI und der Wille SEINE Sprache zu lernen und die Enttäuschung dass das hier in Luxemburg nicht möglich war ... (Hier der ganze Bericht)

"... das umfangreichste Wörterbuch einer Gebärdensprache ..." !!!

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Bundeselternverband gehörloser Kinder e. V. und der Verlag Karin Kestner präsentieren am 31. März in Berlin "Das große Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache" als elektronisches Wörterbuch mit 18.000 Wörtern und Videos auf DVD-ROM. Es handelt sich dabei weltweit um das umfangreichste Wörterbuch einer Gebärdensprache, hier der Deutschen Gebärdensprache. Auf der Pressekonferenz treffen Sie neben den Eltern- und Verlagsvertretern auch Politiker und Professoren - Jens Heßmann und Christian Rathmann. Und ab 1. April ist Das große Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache im Verlag Karin Kestner und im Handel erhältlich.

Quelle dieser Information: www.kestner.de

Vorbestellungen sind jetzt schon möglich.


Das große Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache enthält neben einem umfassenden Wortschatz der Deutschen Gebärdensprache auch DGS-spezifische Begriffe, Idiome, Orientierungsverben, produktive Gebärden, Komparation von Adjektiven und Richtungsverben. Insgesamt umfasst es 18.000 Begriffe und Gebärdenvideos. Dafür wurde ein Gebrauchswortschatz der Gebärdensprache erhoben, dokumentiert und mit diesem Produkt jedermann zugänglich gemacht. Das Wörterbuch ist ein datenbankgestütztes Multimediasystem mit Videos und Untertitel für jede einzelne Gebärde. Die Begriffe können mittels der Suchfunktionen sowohl in Richtung Deutsch-DGS durch die Eingabe des deutschen Wortes als auch in Richtung DGS-Deutsch durch die Eingabe von Handform und die Information, ob es sich um eine einhändige oder zweihändige Gebärde handelt, gefunden werden. Mit diesem Werk ist in Deutschland erstmals ein großer Schritt in Richtung Standardisierung und Dokumentation der Deutschen Gebärdensprache gegangen worden. Die Deutsche Gebärdensprache wurde in der Vergangenheit von verschiedener Seite immer nur als eine Sammlung verschiedener Dialekte abgewertet, weil keine Gebärden als Hochsprache festgelegt wurden. Mit dem großen Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache besteht künftig erstmals die Möglichkeit für die Entwicklung einer Hochsprache zur Unterscheidung von deren Dialekten. Der Verlag Karin Kestner wird diese Entwicklung aufmerksam verfolgen und das Wörterbuch bei Bedarf an diese Entwicklung anpassen. Das Wörterbuch soll besonders die Schulbildung der Kinder und den Übergang ins Berufsleben unterstützen. So deckt der Wortschatz die gesamte Spanne vom Kindergarten über Schule und Ausbildung bis in die Arbeitswelt ab. Dazu kommen alle allgemein gesellschaftlichen Themen des täglichen Lebens, wie Verkehr, Arztbesuche, soziale Beratung und Kirche bis hin zu Handwerk, Naturwissenschaft, Technik und Kultur. Zum Teil wurden auch Fachwörter aufgenommen, sofern sie zum täglichen Sprachgebrauch gehören oder für Gebärdensprachdolmetscher und Menschen mit Gehörlosigkeit von Bedeutung sind.

Quelle dieser Information: www.amazon.de

(11.03.2009)

DRINGENDER AUFRUF !!!

Jedes Mal wenn ich in der Vergangenheit mit Samuel zu einem Treffen mit Gehörlosen waren, bemerkte ich grosse Fortschritte in seiner Kommunikationsfähigkeit. Darum, ich suche unbedingt mehr Kontakt zu Gehörlosen in Luxemburg (email-adresse steht im Impressum). Wir versuchen zwar uns in Gebärdensprache zu unterhalten (nicht nur mit Samuel), und es klappt schon relativ gut. Aber ich denke wenn Samuel mehr gehörlose Menschen sieht, die sich mit Gebärdensprache unterhalten, dann wird seine Kommunikation weiterhin auch viel besser. Das wäre sehr gut für ihn, denn mit der Lautsprache kann Samuel (8 Jahre alt) nichts anfangen, und Lippenlesen kann er auch nicht.

(01.01.2009)

Luxemburg

In diesem Teil meiner Internetseite, liegt die meiste Nachforschungsarbeit. Diese Seite enthält nur das, was ich bis heute bei meinen Nachforschungen herausgefunden habe und spiegelt vielleicht nicht den ganz aktuellen Stand der Dinge hier in Luxemburg wieder (es ist sehr schwer etwas zur Situation hier zu finden)... (Weiter lesen ... "Was geschieht in Luxemburg zum Thema Gebärdensprache?")

Zitat:

Die Sprachentwicklung vollsinniger Kinder ist aus vielen Untersuchungen bekannt und muß hier nicht wiedergegeben werden, vgl. etwa MacWhinney, Slobin, Wode.
Auch wenn man keine biologistische Position einnimmt, wird man als Forschungsergebnis akzeptieren müssen, daß zwischen dem 2. und 5./6. Lebensjahr eine erhöhte Aufnahmefähigkeit für ein symbolisches System wie Sprache besteht. Selbstverständlich sind Interaktion und sprachliche Entwicklung dabei nicht scharf zu trennen (vgl. dazu Meyer). Wird die Phase erhöhter Prägefähigkeit versäumt bzw. nicht genützt, treten diverse Einschränkungen der kognitiven Entwicklung auf. Untersuchungen zu deprivierten Kindern, wie die zu Genie (vgl. Curtiss) zeigen, daß in der Sprachentwicklung zwar kompensatorisch viel nachgeholt werden kann, daß aber - offensichtlich aufgrund der schlechteren Automatisierungsmöglichkeiten - die Fähigkeiten in der Syntax d.h. in der Bildung komplexer Zeichen, sich nicht völlig normgemäß entwickeln.
Als gesichertes Ergebnis der internationalen Forschung ist folgendes zu betrachten: Gehörlose, welche dominant lautsprachlich erzogen werden, erreichen mit ihren Leistungen im Durchschnitt bei weitem nicht den Durchschnitt der hörenden Kinder. Ihnen stehen nach Durchlaufen der Bildungseinrichtungen sehr wenige Berufe offen; höhere Bildung wie Matura oder gar Studium ist von ihnen im Vergleich zum Schnitt der Gesamtbevölkerung praktisch nicht erreichbar. Dagegen gibt es in den Ländern, in denen die Gehörlosen gebärdensprachlich ausgebildet werden, die Möglichkeit, eine solche höhere Bildung zu erreichen.
Ein wichtiger Punkt der Argumentation ist: Sollen wir annehmen, daß die erwähnte Prägefähigkeit für Symbolsysteme bei gehörlosen Kindern - falls sie sonst keine Behinderungen aufweisen - grundsätzlich gleich ist wie bei vollsinnigen, oder daß erstere auch hier Defizite oder unterschiedliche ontogenetische Abläufe aufweisen; alltagssprachlich: generell dümmer sind als letztere? Ich sehe momentan keinen wissenschaftlichen Grund, ersteres nicht anzunehmen (vgl. auch Boyes Braem). Tun wir dies aber, so ist Vorsorge zu treffen, daß auch gehörlosen Kindern ein Symbolsystem zur Verfügung gestellt wird, das sie genauso leicht erlernen und gebrauchen, selbst weiterentwickeln können wie vollsinnige Kinder.
Soll ein Zeichen-/Symbolsystem von Kindern leicht und schnell erlernt werden können, muß es folgende Bedingungen erfüllen:
  • Leicht und schnell wahrnehmbare und produzierbare Zeichenkörper.
  • Einfache Herstellung einer Verbindung des Zeichens mit dem, wofür es steht (dem "Bezeichneten", einer Person, einem Objekt oder einer Aktion der Realität); dadurch ist eine einfache Gedächtnisspeicherung möglich, die auch so schnell abgerufen werden kann, daß perzipierte Zeichenfolgen "verstanden" werden können.
  • Das Zeichensystem muß die aktive Kommunikation ebenso ermöglichen wie die passive.
  • Automatisierbarkeit des Aufbaus von Zeichen aus einfachen Bausteinen (in der Lautsprache den Lauten) für Produktion und Perzeption (ein Primärsystem kann kein solches sein, dessen Produktionselemente eine andere Qualität aufweisen als die Perzeptionselemente).
  • Eine Muttersprache kann nur ein Zeichensystem sein, mit dem das Kind von Beginn an experimentieren kann, das es verändern kann und das vor allem alle wichtigen Phasen der Entwicklung abdecken kann, wie z.B. eine "Was ist das?"- oder eine "Warum?"-Phase.
Es läßt sich leicht zeigen, daß für die Gehörlosen die Lautsprache das Symbolsystem mit den geforderten Eigenschaften nicht sein kann, Beweise dafür finden sich auch bei den Vertretern der Lautsprachemethode selbst und im Realitätsbefund lautsprachlich gebildeter Gehörloser.
Nun erhebt sich die Frage, ob es ein Symbolsystem gibt, das die gewünschten Eigenschaften besitzt, und wenn ja, in welchem Kommunikationskanal es liegt. Der akustische Kanal scheidet aufgrund der Behinderung aus, es bleiben im wesentlichen der optische und der taktile Kanal. Von diesen ist der optische aus mehreren Gründen vorzuziehen: der Sehsinn ist ein sehr dominanter Sinn des Menschen mit hoher Wahrnehmungsdifferenzierung und er ermöglicht im Gegensatz zum taktilen körperliche Distanz.
Für hörgeschädigte Kinder (bei denen der Hörrest nicht für die volle Aufnahme der Lautsprache ausreicht) können aufgrund der vorgebrachten Schlußfolgerungen nur Gebärdensprachsysteme als muttersprachliche verwendet werden. Wer diese Entwicklung behindert oder bewußt ausschaltet, muß sich sagen lassen, daß er ein gehörloses Kind entgegen den bekannten wissenschaftlichen Erkenntnissen bewußt in seiner Entwicklung einschränkt, es für sein ganzes Leben lang zusätzlich schädigt.
Hier der ganze Artikel: "Gebärdensprache in der Gehörlosenbildung: Zu den Argumenten ihrer Gegner"
Zitat von: Franz Dotter (1991)

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Zitat:

"Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer."
Zitat von: Antoine de Saint-Exupéry